Über mich


beim Bernsteinkeschern an der Ostsee
beim Bernsteinkeschern an der Ostsee

Gerald Jancke

 

So fing alles an...

 

Seit ca. 30 Jahren mache ich Bernsteinschmuck. Alles fing damit an, das ich zur Armeezeit auf Rügen stationiert war und auf langen Strandpatrouillen immer wieder Bernstein gefunden habe. Irgendwann war es so viel, dass ich daraus auch etwas machen wollte. Ich hatte schon immer eine künstlerische Ader und habe mir schon als Teenager Taschengeld verdient, indem ich Poster und Aquarelle malte und diese verkaufte. Zu DDR-Zeiten war es schwierig, an die Materialen zu kommen, die für die Schmuckverarbeitung nötig waren. dass wurde nach der Wende viel einfacher und dadurch wurde es auch möglich, unser nun so vielfältiges Repertoire zu entwickeln.

 

Wie wird der Bernstein gesammelt?

 

Am Anfang war das Sammeln noch besonders wichtig. Unsere Familienurlaube auf Hiddensee waren dadurch geprägt, dass ich morgens früh um 4 Uhr oft schon mit dem Kescher losgezogen bin, wenn die Winde richtig standen. Am Tage bin ich die Buhnen abgetaucht oder habe am Strand im Schlick mit Harke und Stock nach dem fossilen Harz gesucht. Später wurden Kiesgruben eine wichtige Ressource. Durch die Eiszeit ist der Bernstein bis nach Berlin gekommen. Es verwundert viele, dass man mehr von diesem wertvollen Harz in unseren Kiesgruben finden kann als beim Ostseeurlaub möglich ist. Vor dort bekommen wir auch heute noch unseren Bernstein. Nun sammel ich den aber selten selber, sondern kaufe ihn von verschiedenen Bernsteinkumpels auf, die, genauso wie mich, das Bernsteinsammelfieber seit vielen Jahren gepackt hat.

 

So wird der Schmuck gefertigt

 

Seit vielen Jahren ist die Schmuckanfertigung sehr viel wichtiger für mich geworden als das Sammeln. Nach meinem Job in der Fischerei arbeite ich von nachmittags bis in den späten Abend hinein in meiner Bernsteinwerkstatt. Es ist eine wunderbare Herausforderung für mich, immer wieder etwas neues zu entwickeln. Zu meinen Spezialitäten gehört in Leder gearbeiteter Bernstein. Hier spiegelt sich mein fischereilicher Hintergrund wieder, denn die Knoten, die in der Fischerei wichtig sind, sind bei meinen Schmuckstücken die Spezialität.

 

Ich fertige aber auch Schnitzereien speziell nach den Wünchen der Kunden an. Dabei schaffen es einige meiner langjährigen Bernsteinfreunde doch immer wieder, mich zu inspirieren.

 

Aber auch spezielle Schmuckstücke in Silber gefasst entstehen in meiner Werkstatt. Ich mag dabei speziell die besonderen Steine, so wie den brackigen Bernstein, der durch viele Holz- und Pflanzeneinschlüsse ganz dunkel und rau aussieht, oder den weißen Bernstein, der zu den wertvollsten Farbvarianten des Baltichen Bernsteins gehört, oder aber auch den grünen Bernstein, der ganz natürlich vorkommt, aber der auch mit einer leicht schwarzgebrannten Kruste etwas verfeinert werden kann. 

Aber auch feine, in Silber gefasste Schmuckstücke mit Bernsteinen in den allseits bekannten Farben wie z.B. Cognac gehören zum meinem Repertoire. Für die Fassungen arbeite ich mit verschiedenen Silberschmieden zusammen und mit manchen Stücke, die in großer Zahl nachgefragt werden, ergänze ich mein Repertoire auch mit den Arbeiten anderer Bernsteinwerkstätten. Aber Bernstein ist so vielfältig, dass es mir wichtig ist, diese Vielfältigkeit auch zu zeigen und auch zu wagen, aus den untypischen Farbvarianten etwas Besonderes herzustellen.